hallenbad closedLachebad weiterhin geschlossen

Das Lachebad bleibt weiterhin bis zur Eröffnung der Freibadsaison am 2. Mai geschlossen. Aufgrund dieser Notsituation für unsere Schwimmer, bemüht sich derzeit unser Trainerteam aktiv um Wasserzeiten für den Bereich ‚Wettkampfsport’ in den Schwimmbädern der umliegenden Städten und Gemeinden. Die entsprechenden Notfallpläne erhalten die betroffenen Schwimmer über einen Mailverteiler. Die Trainingszeiten in Rüsselsheims einzig verbliebenem Schullehrbecken der Helen Keller Schule sind davon unberührt. Für die Schwimmer der Sparte "Breitensport" entfällt das Montagstraining derzeit ersatzlos.

Wir informieren Euch sobald es Neuigkeiten gibt (siehe auch Links zu den Online Medien).

Alle aufgeführten Trainingzeiten der Homepage sind bis auf weiteres ungültig und werden nicht aktualisiert (Stand 11.3.2012)

 

Hintergrund Info:

Wie berichtet, hat der Magistrat der Stadt schon vor Auftreten des technischen Defekts an der Kühlanlage, der zur Schließung des Lachebads geführt hatte, einen Prüfantrag vorgelegt, Lachebad und Großsporthalle (ehemals Walter-Köbel-Halle) durch eine kombinierte Schwimm-Sportanlage auf dem Gelände der dann zum Abriss bestimmten Großsporthalle zu ersetzen. Demnach wäre auch das Lachebad zum Abriss bestimmt. Der badewilligen Bevölkerung verbliebe ein neues Hallenbad sowie das Waldschwimmbad. Als Grund für den Prüfantrag hatte die Bauverwaltung umfänglichen Sanierungsstau sowie energetisch ungünstige Altbauweise angeführt.

Am 11. März wurde das Lachebad geschlossen. Am 14. März stimmte die Stadtverordnetenversammlung dem Prüfantrag zu.

 


 

Lachebad wegen defekter Kälteanlage geschlossen (Echo vom 12.3.2013)

Lachebad – Hallenbad bleibt vorerst geschlossen – Stadt sucht nach Lösungen für betroffene Vereine und Schulen

„Es hat uns kalt erwischt, das ist jetzt leider schneller gekommen, als wir es erwartet haben“, bedauerte Baudezernent Nils Kraft am Dienstag die kurzfristige Schließung des Lachebades. Bei einer turnusgemäßen Wartung sei am vergangenen Donnerstag der Ausfall der Kälteanlage im Spaßbad-Bereich entdeckt worden, die beiden Kühlanlagen in der großen Schwimmhalle würden Kühlmittel verlieren und somit nur eingeschränkt funktionieren. Die Kälteanlagen entziehen der Luft im Schwimmbad die hohe Feuchtigkeit, niedergeschlagenes Kondenswasser kann sonst unter anderem in den Belüftungsrohren zu Schimmel- und Keimbildung führen.
Er habe eine zweite Meinung einholen wollen und daher am Freitag einen Ingenieur damit beauftragt, am Montag die Anlagen im Lachebad zu inspizieren, dieser habe das Ergebnis der Wartungsfirma bestätigt, erläuterte Kraft am Dienstag den Verlauf. Daraufhin sei die sofortige Schließung des Hallenbades angeordnet worden. „Wir können die Mitarbeiter und Badegäste nicht dieser Hygienegefährdung aussetzen, es bestand dringender Handlungsbedarf“, so Kraft.
Der Fachbereich Sport- und Schulverwaltung habe noch am Montag versucht, die betroffenen Vereine und Schulen zu informieren, über eine Telefonkette seien auch die Frühschwimmer – soweit möglich – in Kenntnis gesetzt worden.
Baudezernent und Oberbürgermeister betonten am Dienstag ausdrücklich, dass die Schließung nicht im Zusammenhang mit dem Konsolidierungsvorschlag des Magistrats stehe, wonach geprüft werden soll, ob der Abriss von Lachebad und Walter-Köbel-Halle – beide stark sanierungsbedürftig – und der Neubau einer kleineren Anlage für Sport und Schwimmen eine Alternative zur Sanierung sind, durch die die Betriebskosten deutlich reduziert werden könnten.
In den Ausschüssen hatte sich eine Mehrheit für diesen Antrag ausgesprochen, die Entscheidung fällt am morgigen Donnerstag (14.) im Stadtparlament im Rahmen der Haushaltsverabschiedung.
„Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, erhält die Prüfung durch den aktuellen Anlass jedoch eine höhere Priorität“, erklärte Kraft. Nun müsse zunächst umgehend geprüft werden, ob es bereits zu Schimmelbildung gekommen sei, an einer Stelle seien schon Korrosionsschäden gefunden werden. Die Überprüfung des kompletten, mehrere hundert Meter langen Lüftungssystems sei sehr aufwendig, da die Lüftungskanäle teilweise mit anderen Anlagenkomponenten verbaut seien. Überprüft werden müsse auch, ob sich die Dämmschicht der Deckenkonstruktion eventuell mit Feuchtigkeit angereichert habe und somit durch das höhere Gewicht eine weitere Gefährdung bestehe.
Einen erheblichen Investitionsstau in der Bauunterhaltung hatte der Baudezernent schon vor einigen Wochen für das 1964 erbaute Lachebad attestiert und damit den Antrag des Magistrats auf Abriss-Prüfung begründet (wir haben berichtet). Schwachstellen sind aus seiner Sicht auch die veraltete Heizungs- und die Filteranlage. „Da gibt es irgendwann Handlungsbedarf“, so Kraft am Dienstag. Nun gerät die Stadt unter Zeitdruck. „Ich hätte mir gewünscht – wohl wie meine Vorgänger –, dass es noch ein paar Jahre gut geht“, verriet der Baudezernent.
Alle Investitionen müssen aufgrund des hochdefizitären Haushaltes der Stadt Rüsselsheim vom Regierungspräsidenten genehmigt werden. Oberbürgermeister Burghardt sieht die Stadt nun in einer misslichen Situation, „in die wir nicht kommen wollten, nämlich dass wir jetzt von außen die Entscheidung aufdiktiert bekommen.“ Er ergänzt: „Wären wir schon im Jahr 2020 und die schwarze Null in Sicht, wäre mir wohler.“ Burghardt und Kraft zeigten sich am Dienstag jedoch zuversichtlich, dass die im Abbaupfad für den Rettungsschirm aufgezeigten Einsparungen an anderen Stellen die Entscheidung des Regierungspräsidenten positiv beeinflussen würden.
Für Baudezernent Kraft ist auch klar, dass sich eine Entscheidung wie seinerzeit beim Opel-Bad – 1,2 Millionen Mark in die Sanierung gesteckt und ein Jahr später stillgelegt – auf keinen Fall wiederholen dürfe.
Vorrangig werde jetzt aber nach Lösungen für die betroffenen Vereine und Schulen gesucht. Das Lachebad wird derzeit an 40 Wochenstunden von zehn Vereinen für zwölf Sportarten genutzt, zudem wöchentlich an 33 Schulstunden von 15 Schulen. Hinzu kommen diverse Kurse und Dauernutzer. Burghardt will in den nächsten Tagen bei seinen Amtskollegen in den Nachbarkommunen Groß-Gerau, Kelsterbach und Raunheim, die über Schwimmbäder verfügen, anklopfen. Der Freibadbetrieb sei ohnehin nicht gefährdet, die Eröffnung werde wie vorgesehen am 2. Mai erfolgen. Burghardt. „Wir werden alles tun, um Lösungen zu finden.“

 


 

Lachebad – Magistrat macht sich vor Ort ein Bild – Kostenschätzungen laufen (Echo vom 20.3.2013)


13-03-19 Foto Begehung LachebadDer Magistrat hat sich am Dienstag vor Ort im Lachebad ein Bild von der aktuellen Situation gemacht. Wie berichtet, musste das Schwimmbad aufgrund der defekten Kühlungsanlage Anfang vergangener Woche geschlossen werden. Derzeit würden noch die umfangreichen Untersuchungen für ein komplettes Schadensbild in dem Schwimmbad laufen, teilte die Stadt gestern mit. Fest stehe inzwischen allerdings, dass aufgrund der notwendigen Untersuchungen und Kostenschätzungen das Hallenbad inklusive der Sauna und der Solarien bis zur Eröffnung der Freibadsaison weiter außer Betrieb bleiben müsse. Ab dem 2. Mai stehe dann das Freibad für das Schwimmen zur Verfügung. Sobald die Untersuchungen abgeschlossen seien und die Kostenschätzungen vorlägen, werde der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung berichten, wie hoch die Kosten für die Wiederaufnahme des Betriebes im Hallenbad seien.

 

 

Lachebadschliessung – Vertreter der Stadt und der Sportvereine treffen sich, um Auswege zu erörtern (Echo vom 25.3.2013)


Beim Treffen zwischen Vertretern der Stadt und der Vereine am Donnerstagnachmittag zu den Folgen der Schließung des Lachebads, erläuterten Klaus Wittmann (Bereichsleiter Bau der Stadt) und Hanno Cezanne (Fachbereich Technik) zunächst einmal die technischen Ursachen, die zur Schließung des Bades geführt hatten. Frühestens Mitte Mai seien Untersuchungen und Kostenschätzungen abgeschlossen. Sportamtsleiter Robert Neubauer und Bäderchefin und Anette Tettenborn machten denn auch deutlich, dass an eine rasche Beseitigung dieser Mängel nicht zu denken sei. Anette Tettenborn berichtete von den Bemühungen der Stadt, in den Nachbargemeinden freie Bäder-zeiten zu finden. Tatsächlich seien Kapazitäten in Raunheim, Kelsterbach und auch Mainz angeboten worden, diese Zeitfenster lägen aber oft zu früh oder zu spät, um sie mit Schülern zu nutzen oder aber an den Wochenenden, an denen die aktiven Schwimmer sehr oft zu Wettkämpfen unterwegs sind. Damit ergäbe sich nur eine Perspektive für Vereine, die keine Kinder trainieren oder nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Weiter bot die Stadt an, die Helen-Keller-Schule in den Ferien zu nutzen und danach die Zeiten am Wochenende auszubauen. An dieser Möglichkeit zeigten die Vertreter des DRK, des Vereins für Sport und Gesundheit (VSG) und der DLRG Interesse, um etwa ihre Wassergymnastikkurse für Senioren sowie Kurse für Schwimmanfänger weiterführen zu können.

Da das Becken der Kellerschule ein Therapiebecken ist und somit die Temperatur bei 32 Grad liegt, ist es für das sportlich ambitionierte Training im Wettkampfsport nicht geeignet. Dennoch wird der RSC das Becken zumindest in den Osterferien nutzen, da die Stadt in der schulfreien Zeit für den Verein die Wassertemperatur absenken wird.

Schon auf eigene Faust haben die wettkampftreibenden Vereine – Rüsselsheimer SC und Schwimmabteilung der TG – in der vergangenen Woche ihre Fühler in Nachbarkommunen ausgestreckt und auch Dank befreundeter Vereine in Langen, Wiesbaden und Mainz sowie in Frankfurt (die Synchronschwimmabteilung des RSC) Bäderzeiten erhalten.

Die Bäderverwaltung Hochheims wollte, nachdem sie von Anette Tettenborn angesprochen worden war, zunächst zentral mit der Stadt verhandeln, was die Stadt aber mit Hinweis auf den Verwaltungsaufwand ablehnte und bat, direkt mit den Vereinen zu verhandeln. Erste Gespräche gab es schon am Donnerstag. Aber auch Hochheim bietet vornehmlich Zeiten in den Abendstunden an.

Das „Bäder-Hopping“ ist für die Vereine mit hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand verbunden. So sind etwa die Schwimmer des RSC und der TG dreieinhalb Stunden unterwegs, um in Langen anderthalb Stunden zu trainieren. Bislang kostete Rüsselsheimer Vereine die Nutzung der städtischen Sportstätte Lachebad nichts. Künftig müssen sie auswärts für die Nutzung nur einer Bahn 15 bis 35 Euro pro Stunde berappen. Hinzu kommt der organisatorische Aufwand für Trainer, Betreuer und auch Eltern.

Angesichts der schwierigen Situation und der zurückliegenden jahrelangen Aufbauarbeit für den Schwimmsport der Stadt, appellierten die Vertreter an den ebenfalls anwesenden Oberbürgermeister Patrick Burghardt, sie nicht auf dem Trockenen sitzen zu lassen. Der OB unterstrich das Interesse der Stadt an einem funktionierenden Schwimmsport, wies aber auch auf die bekannten finanziellen Schwierigkeiten und die damit verbundenen Auflagen der Rettungsschirm-Teilnahme hin.

 
 Lachebadschliessung – Drittklässler an Rüsselsheimer Schulen haben derzeit keine Gelegenheit, das Schwimmen richtig zu erlernen (Echo vom 10.04.2013)

 

„Sehr schwierig“, „dramatisch“, „es gräbt ein Loch“, „ein Donnerschlag“ – die Schließung des Lachebads wegen technischer Mängel stellt insbesondere die Grundschulen der Stadt vor Probleme. Nicht weniger als der Erwerb einer überlebensnotwendigen Fähigkeit ist für die aktuellen dritten Jahrgangsstufen schwierig geworden. Denn, wie Marion Kurtz, Leiterin der Grundschule Hasengrund einvernehmlich mit den anderen vom ECHO zu den Folgen zur Badschließung befragten Kollegen erklärte, könnten bis zu Zweidrittel aller Drittklässler nicht schwimmen. Bei vielen müsse zunächst sogar noch die Angst vor der großen Wasserfläche genommen werden, ergänzt Beate Thierolf-Seida, Leiterin der Lernhilfeschule Borngrabenschule.

In den dritten Klassen ist Schwimmunterricht Pflicht. Der kann der Großteil der Rüsselsheimer Schulen nun nicht mehr nachkommen. Selbst den Sportunterricht aufs Trockene zu verlegen, gestaltet sich für einige Schulen schwierig. So wird an der Grundschule Hasengrund für „Bewegungsspiele“ auf den Schulhof ausgewichen, weil die eigene Sporthalle mit der Friedrich-Ebert-Schule geteilt wird, und die Stundenpläne zu Zeiten eines offenen Lachebads erstellt worden waren. Diese jetzt zu ändern, sei unmöglich. Unabhängig davon: „Die Kinder sollten Schwimmen haben“, sagt Marion Kurtz, zu wichtig sei der Erwerb der Überlebenskompetenz und zu groß sind die Erfolge der schwimmpädagogisch ausgebildeten Grundschulsportlehrer: Am Ende der dritten Klassen könnten die meisten Kinder schwimmen, alle sich zumindest über Wasser halten, sagt die Rektorin. Klassenziel sei der Erwerb des ersten Schwimmabzeichens. Dass die Stadt auf die Eröffnung des Freibads im Mai verweise, sei keine wirkliche Alternative, sagt Kurtz. Zur frühen Uhrzeit des Schwimmunterrichts sei es oft noch zu kühl im Freien.
BegehrtesLehrschwimmbecken

Dagmar Schneberger-Splitt, Leiterin der Georg-Büchner-Schule, der mit fünf Klassenzügen größten Grundschule der Stadt, pflichtet bei: Schon bisher habe es einen „Kampf um das kleine Lehrschwimmbecken“ im Lachebad gegeben, weil es wegen seiner geringen Größe und der geringen Wassertiefe – anders als das große, tiefe Freibecken – ideal für Nichtschwimmer sei.

Auch an der Büchnerschule ist Ausweichsport schwierig. Da die eigene kleine Halle und die der Humboldtschule zu den fraglichen Zeiten teilweise belegt sind, weichen die verhinderten Schwimmer, wenn es das Wetter zulässt, auf das offene Fußballfeld der Humboldtschule aus.

Gelassenheit und Zuversicht, dass die „städtische Seite sich Gedanken machen wird“, dagegen bei Renate Meixner-Römer, Leiterin der Albrecht-Dürer-Schule, an der zwei Sporthallen zumindest einen reibungslosen Ausweichunterricht ermöglichen („Zwei Hallen, das passt“).

Die Grundschule Innenstadt ist nur teilweise von der Schließung betroffen, da mit einer von zwei Schwimmzeiten bisher schon fest im Bad der Helen-Keller-Schule vertreten. Für die Zweite konnte man vor den Osterferien ebenfalls kurzfristig nach Königstädten ausweichen. Aber nur, so Konrektor Thomas Sauer, weil die Grundschule Königstädten aus ihm unbekannten Gründen an diesen Tagen ihre Zeiten nicht in Anspruch genommen habe. Noch sei mit den Königstädter Kollegen nicht geklärt, ob die Regelung von Dauer sein könne. Entsprechend sei es noch unklar, wie es am fraglichen kommenden Montag ums Schwimmen aussieht, sagte Sauer am gestrigen Dienstag.
Bäderverwaltung arbeitetan Freibad-Konzept

Frank Krones, Schulsportleiter an der Immanuel-Kant-Schule, zieht Zuversicht aus einem Gespräch mit der Bäderverwaltung. Demnach arbeite die Stadt daran, den Schwimmunterricht nach Öffnung des Freibads in der ersten Maiwoche bestmöglich umzusetzen. Die Rücksichtnahme der Badegäste auf die Schulklassen gehöre da sicher genauso dazu, wie einzelne Bahnen frei zu halten.

An der Kant – laut Krones die einzige weiterführende Schule der Stadt, die den vom Curriculum geforderten Schwimmunterricht auch anbiete (Klassen 6 und 8, je ein Halbjahr) – wird Ende Mai eine Schülerin ihren Abiturprüfungsstress im Kelsterbacher Bad in möglichst schnelle Bahnen umsetzen. Dorthin wird die praktische Prüfung im Schwimmen für diese Schülerin mit Sport-Leistungskurs, Schützling von Frank Krones und Mitglied der DLRG-Ortsgruppe, verlegt.

„Schwimmen an Schulen muss sein“, sagt Krones. Es gebe immer mehr Spaßbäder, in denen Schwimmen nicht mehr richtig möglich sei und die Zahl ertrinkender Kinder sei nach wie vor zu hoch.

 


 

Schwimmen – Elternbeirat der Schillerschule ruft für 25. April zu Kundgebung vor Rathaus auf (Echo vom 18.04.2013)


„Demonstration gegen die Schließung des Rüsselsheimer Hallenbades“ ist ein Flyer überschrieben, den der Elternbeirat der Schillerschule an Rüsselsheimer Schulen und Sportvereine verteilt. Darin wird aufgerufen, am Donnerstag (25.) um 14 Uhr vor das Rathaus zu ziehen, um gegen die Schließung des Lachebads zu demonstrieren.

Wie das ECHO berichtet hat, kritisieren die Rüsselsheimer Grundschulen die von der Stadt wegen technischer Mängel angeordnete Schließung, weil der verpflichtende Schwimmunterricht in den dritten Klassen derzeit gar nicht und nach der Öffnung der Alternative Freibad ab dem 2. Mai wohl nur eingeschränkt und mit Abstrichen möglich sein wird. Und das vor dem Hintergrund, dass bis zu zwei Drittel aller Drittklässler noch Nichtschwimmer sind.
Alternative Freibad„nicht ideal“

Nach Auskunft von Friederike Rott, Leiterin der Schillerschule, sei die Entscheidung zur Demo in mehreren Dienstversammlungen auf gesamter Schulebene getroffen worden. Mit dem Schwimmunterricht in das Freibad auszuweichen, sei „nicht ideal“, Schulelternsprecherin Simone Gehrke weist etwa auf die frühmorgendlich kühlen Temperaturen hin. Obendrein sei zweifelhaft, so Rott, dass für alle neun Grundschulen die abgesperrten Bahnen ausreichen werden. Schwimmunterricht an den dritten Klassen sei „lebensnotwendig“, sagt die Schulleiterin.
Unterstützungvom Schwimmclub

Bei der Demo gehe es auch darum, für den grundsätzlichen Erhalt des vom Abriss bedrohten Bads einzustehen. Seitens des Schwimmclubs gebe es Interesse, sich an der Demo vor dem Rathaus zu beteiligen.

Auch viele ältere Menschen, die etwa wegen einer Gehbehinderung keinen anderen Sport als Wassersport betreiben und wegen ihrer Immobilität keine Bäder anderer Kommunen aufsuchen könnten, litten unter der Schließung, weiß Rott.

Entsprechend sind im Flyer nicht nur Eltern und Schüler, sondern auch „Einwohner von Rüsselsheim“ aufgerufen, sich an der Demonstration zu beteiligen. „Wir fordern einen Schwimmunterricht für die 3. Klassen, da es momentan kaum die Möglichkeit zur Erteilung des Schwimmunterrichts gibt“, heißt es im vom Schulelternbeirat der Schillerschule um Simone Gehrke und Anke Fitzner unterzeichneten Aufruf. „Um unseren Interessen bei der Stadt Rüsselsheim Gehör zu verschaffen, hoffen wir auf zahlreiche Unterstützung“.

 


 

Lachebad öffnet am 2. Mai – Belegungsplan und Absperrungen für Schulen und Vereine (Echo vom 19.04.2013)


Damit die Schulen nach Schließung des Hallenbads ihren Schwimmunterricht erteilen können, steht ihnen das gesamte Freibad von 8 bis 10 Uhr uneingeschränkt zur Verfügung, erklärt das Presseamt der Stadt. Von 10 bis 13 Uhr können sie außerdem das komplette Nichtschwimmer-Becken sowie drei der acht Bahnen im großen Schwimmbecken nutzen. Deswegen stehen für die weiteren Besucher des Lachebades von 10 bis 13 Uhr nur fünf Bahnen im großen Schwimmbecken zur Verfügung.

Für die Vereine trennt die Stadt ab 19 Uhr zwei Bahnen ab. Ab 19.45 Uhr können sie dann das gesamte Bad nutzen. Wie sie mitteilt, wird die Stadt auf die Vereine zugehen, um die genaue Verteilung der Schwimmzeiten zu planen.Am Wochenende ist das Bad von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

Badegäste, die bereits eine Punktekarte erworben haben, können diese im Freibad nutzen. Wer nicht darauf zurückgreifen möchte, kann die Punktekarte an der Kasse des Freibades unbürokratisch zurückgeben, heißt es weiter. Der noch vorhandene Betrag auf der Punktekarte wird zurückerstattet.

Das Rüsselsheimer Waldschwimmbad wird abhängig vom Wetter und den Wassertemperaturen voraussichtlich Ende Mai eröffnen.

 


 

Demonstration gegen Schliessung des Lachebads (Echo vom 26.4..2013 Foto: Jens Etzelsberger)

 proschwimmenRund 300 Rüsselsheimer jeden Alters folgte am Donnerstag dem Aufruf des Elternbeirats der Schillerschule und demonstrierten bei schönstem Schwimmbadwetter vor dem Rathaus gegen die Schließung des Lachebads und für ihr Recht auf Schwimmen. Unter den Demonstrierenden waren Schulkinder, Eltern, Lehrer, Mitglieder der Rüsselsheimer Schwimmvereine und auch Frühschwimmer.

Unter den rhytmischen Rufen „Wir wol-len schwim-men“ kamen pünktlich um 14 Uhr Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Bürgermeister Dennis Grieser und Baustadtrat Nils Kraft die Rathaustreppe herunter, um inmitten der bunten Schar in ihren schwarzen Anzügen zu schwitzen, sich die Vorwürfe anzuhören und darauf zu reagieren. So viel vorweg, weder Burghardt, noch Grieser, noch Kraft (CDU, Grüne, SPD) konnten den Versammelten Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung des Lachebads machen. Sie verwiesen auf das Altbekannte: die Schließung sei notwendig, um Besucher vor gesundheitlichen Gefahren (Schimmel) zu schützen und der Stadt fehle das Geld, den Schaden angesichts eines Prüfantrags zum Abriss des Bades so ohne Weiteres reparieren. Die Kostenprüfung laufe, wie es weitergehe, könne er noch nicht sagen, rief Burghardt ins Mikrofon und erntete dafür Buhrufe.

Hauptvorwurf der Demonstranten war der Investitionsstau – das Bad sei durch Versäumnisse „regelrecht gegen die Wand gefahren“ worden. Ein Frühschwimmer vermutete gar Absicht dahinter. Ein Vertreter der Elternschaft erinnerte daran, dass Schwimmunterricht an Schulen Pflicht sei. Eine RSC-Trainerin führte den Politikern vor Augen, dass ihre Gruppe für anderthalb Stunden Training vier Stunden Auto fahren müsse. Ein Wasserballer des RSC schimpfte, seine Sportart werde kaputtgemacht, weil Wasserballer wegen ihrer Bedürfnisse (Tore, große Wasserfläche) nirgendwo anders trainieren könnten und Mitspieler schon abgewandert seien. Angesichts verdoppelter Grundsteuer B schwang bei der Demo ein zweiter Hauptvorwurf mit: Für was zahle man überhaupt Steuern, wenn nicht einmal mehr Schwimmen möglich sei?

 

Schwimmclub fürchtet um Existenz (zum Artikel)

 


 

Freibad – Grundschulen verzichten wegen der niedrigen Temperauren auf Schwimmunterricht (Echo vom 03.05.2013) Bild Ralph Keim

Ralph Keim freibadDass der Achterbahn-Frühling mit seiner regnerisch-kühlen Witterung schon so manche Freiluftveranstaltung gesprengt hat, kann man mit Sicherheit verschmerzen. Wenn jedoch bei gerade einmal zwölf Grad Außentemperatur Kinder im Freibad schwimmen sollen, hört der Spaß auf. „Das ist nicht zumutbar. Da kann ich die Sorgen der Eltern voll und ganz verstehen.“ Ilona Boch, Konrektorin der Georg-Büchner-Schule, ist nicht die Einzige, die verärgert ist.

Eine ECHO-Umfrage bei den Rüsselsheimer Grundschulen hat ergeben, dass die Schließung des Hallenbads die Schulen vor ernsthafte Probleme stellt. Daran ändert auch nichts die von der Stadt in die Wege geleitete Verlagerung des Schulschwimmens ins Freibad.

Fakt ist jetzt schon: Der Schwimmunterricht wird oft ausfallen. Am gestrigen ersten Freibadtag war dies bereits der Fall. Für Schwimmunterricht im Freien war es schlichtweg zu kalt. Auch für den Rest des Tages drehten die Damen im Kassenhäuschen meist Däumchen.

„Das Wasser soll zwar 24 Grad haben. Gefühlt sind es jedoch noch nicht einmal 20 Grad. Auch die Duschen sind eiskalt.“ Ilona Boch kann und will es ihren Schülern zurzeit nicht zumuten, donnerstags morgens ins Freibad zu gehen. „Das funktioniert bestenfalls im Hochsommer, wenn es schon morgens richtig warm ist.“ In den Grundschulen wird daher spontan entschieden, ob der Schwimmunterricht stattfindet oder nicht. Das wird auch im Hochsommer so sein, wenn sich beispielsweise morgens unangemeldet ein Gewitter zusammenbraut. Deshalb sollten Sportlehrer und Schüler neben den Schwimmsachen auch die Sportbekleidung einpacken.

Selbstverständlich gibt es Alternativen. „Wenn das Wetter für das Freibad zu schlecht ist, gehen die Schüler wenigstens raus, um sich zu bewegen“, erläutert Friederike Rott, Leiterin der Schiller-Grundschule. Da nämlich die Schwimmzeiten schon lange feststehen, sind die Sporthallen entsprechend belegt. Die Folge ist, dass die Sportlehrer zusehen müssen, wie und wo sie die Alternative zum Schwimmunterricht gestalten. Wenn es möglich ist, quetschen sich eben mehrere Klassen in eine Sporthalle.

Die Grundschulleiterinnen machen darauf aufmerksam, dass es nicht nur um die organisatorischen Probleme geht. Oftmals sei das Schulschwimmen für die Kinder die einzige Möglichkeit, einmal in einem Schwimmbecken ihre Runden zu drehen. Mädchen aus islamischen Migrantenfamilien werde es von den Eltern oftmals sogar verboten, schwimmen zu gehen. Für nicht wenige Kinder sei der Unterricht in der Grundschule die einzige Möglichkeit, schwimmen zu lernen. Die Schulleiterinnen fordern daher unmissverständlich von der Stadt, für Schwimmmöglichkeiten in einer Halle zu sorgen und sich schnellstmöglich um eine Reparatur des Schadens im Hallenbad zu kümmern.

Marc Rhein, Leiter des Max-Planck-Gymnasiums, sieht das Ganze etwas positiver: „Besser im Freien schwimmen als gar nicht schwimmen“, bewertet er die Situation. Er räumt allerdings ein, dass es für Oberstufenschüler im Teenageralter wesentlich einfacher ist, nachmittags schwimmen zu gehen und gleich danach schulfrei zu haben. Dass die Grundschulen vormittags Priorität bei der Belegung des Hallenbads hatten, erweise sich jetzt als Bumerang. „Man muss aber auch sehen, dass es viele Schulen in Deutschland gibt, die froh wären, wenn sie wenigstens ein Freibad hätten.“ Dem Planck-Gymnasium steht das Bad lediglich mittwochs in der 9. und 10. Stunde zur Verfügung. „Das ist ziemlich wenig, und wir überlegen ernsthaft, das Schwimmangebot zu streichen.“

Auf ECHO-Nachfrage erklärt das Presseamt der Stadt, dass die Nutzung des Freibades „ein Angebot an die Schulen“ sei. Die Verantwortlichen hätten „Verständnis dafür, dass die Lufttemperaturen für den morgendlichen Schwimmunterricht frisch“ seien, man könne allerdings „in der jetzigen Situation keine andere Alternative anbieten“.

 


 

Schulsport – Schwimmunterricht fällt wegen des Wetters bislang weiterhin aus – Eichgrundschüler waren schon drin (URL:Echo Online vom 14.05.2013)

 

jens etzelsberger 20130513

„So lang es zu kalt ist, machen wir grundsätzlich Sportunterricht in der Halle“, sagt Anne Böhm, Konrektorin und Sportlehrerin der Grundschule Hasengrund, deren Drittklässler gestern rein theoretisch zwei Schwimmstunden gehabt hätten.

Die Grundschule Hasengrund hat, wie der Großteil der anderen Rüsselsheimer Schulen auch, vom seit dem 2. Mai geltenden Angebot der Stadt noch nicht Gebrauch gemacht, für den Schwimmunterricht vom am 11. März dicht gemachten Hallenbad in das Freibad auszuweichen. Vielleicht gebe es ja das „Glück einzelner warmer Tage“ bis zu den Sommerferien, sagt Böhm. Egal, wie das Wetter in den nächsten Wochen auch wird – unter den aktuellen Drittklässlern werde es am Ende mehr Nichtschwimmer geben als in den Jahrgängen zuvor, dafür seien zu viele Übungstage ausgefallen. Schon von jeher würden Eltern in Einzelgesprächen darauf hingewiesen, wenn ihr Kind nach der dritten Klasse, in der Schwimmunterricht vorgeschrieben ist, noch nicht schwimmen kann. „Diese Gespräche müssen wir in diesem Jahr vermehrt führen“, prophezeit Böhm.
„Es geht ganzoffensichtlich nicht“

Auch an der Förderschule Borngrabenschule wurde noch kein Kind ins Freibad geschickt. Am gestrigen Montag und heute wären die Borngrabenschüler laut Belegungsplan dran gewesen. „Aber es geht ganz offensichtlich nicht“, sagt Schulleiterin Beate Thierolf-Seida mit Blick aufs Wetter. Stattdessen gibt es Sport in der Halle. Glücklicherweise sind an der Förderschule die Vorgaben der Rahmenrichtlinien nicht so eng gesteckt, werden Schwimmkurse fortlaufend angeboten, sodass es für jetzt betroffene Kinder weitere Chancen auf Schwimmunterricht gibt.

Selbst für ältere Schüler gilt: „Bei diesem Wetter können wir niemanden rausschicken“, sagt Rainer Guss, Leiter der Immanuel-Kant-Schule. An der Kant „lautet die Ansage bis auf Weiteres Halle und Plätze“, sagt Guss. Die Eltern seien darüber in einem Elternbrief informiert worden.

An der Schillerschule, aus deren Elternkreisen eine Demonstration vor dem Rathaus gegen die Hallenbadschließung organisiert worden war (wir haben berichtet), war ebenfalls noch keiner der 44 Drittklässler an den vorgesehenen Belegungstagen Mittwoch und Freitag im Freibad. „Kein einziges Mal – zu kalt“, sagt Leiterin Friederike Rott.

Selbst die Sportalternative sei für die Drittklässler ihrer Schule wetterabhängig, da die Halle zu den fraglichen Schwimmzeiten schon von anderen Klassen besetzt sei und nur der Platz des VfR zur Verfügung stehe. Entsprechend habe man bei Regen notgedrungen schon klassengemischten Sportunterricht angeboten. Man hoffe jetzt auf besseres Wetter, schon am Mittwoch solle es ja schöner werden.

Aus der Reihe fällt die Eichgrundschule, deren Drittklässler am relativ freundlichen Montag vergangener Woche in den ersten beiden Stunden im Freibad waren. „Es war alles gut geregelt“, sagt Konrektorin Katja Hegny. Am gestrigen feuchten Fröstelmontag musste die Eichgrundschule keine Schwimmbadentscheidung treffen, da die Drittklässler auf Klassenfahrt waren.

An allen Schulen sind nun Wetterprognosefähigkeiten gefragt, um am Vortag abschätzen zu können, ob die Schüler abends ihre Badehose oder die Sportschuhe einpacken müssen.

Flexibel müssen auch die Busunternehmen sein, die Rüsselsheimer Drittklässler wegen der staatlichen Verpflichtung zum Schwimmunterricht von den Schulen ins Lachebad und zurück fahren – da gebe es von jeher die Regelung, ihnen kurzfristig absagen zu können, wenn etwa ein Kollege erkranke.

Für den heutigen Dienstag (14.) hat die Stadt Vertreter der Schulen und der mit Schwimmsport befassten Rüsselsheimer Vereine ab 16.30 Uhr zu einem Ortstermin in das Lachebad eingeladen, um den Betroffenen anhand gebäudetechnischer Einblicke die Notwendigkeit der Schließung des Hallenbades zu erläutern.

 


 

 

Lachebad – Nach der Schließung fürchtet der RSC sogar um seinen Bestand – Protest der Sportler vor dem Rathaus938689 m1msw440q90s1v32238 81-23055059 81-23055059 BILD1 (URL: Echo online 17.05.2013)

 

„Der Unterricht fällt aus. Es gibt keine Lösungen und auch keine Unterstützungen durch die Stadt, deshalb sind wir hier“, sagt Katja Morper, um die sich gestern weitere rund 50 Demonstranten scharten. Die Trainerin der RSC-Synchronmannschaft muss seit Schließung des Lachebades auf Tour in die Umgebung gehen, um Trainingsplätze für ihre Truppe zu finden. Zu welch bizarren Situationen der Mangel führt, erzählt ihre Mitstreiterin Nicole Bleser-Hermann. An Samstagen seien ihre Mädchen in Hochheim auf dem Rasen an der Durchgangsstraße anzusehen. Dort stehen dann die Synchronsportlerinnen in Nähe der Fahrbahn auf einer Wiese und absolvieren ihre Trockenübungen. Das Bad haben die Rüsselsheimer nur für eine Stunde mieten können, und diese will konzentriert genutzt werden. Übungen, für die man kein Wasser benötigt, müssen dann halt draußen erledigt werden, sagt sie.

Heike Gehlhoff, stellvertretende Vorsitzende des RSC und sportliche Leiterin sieht gar den Bestand des Vereins gefährdet, wenn er nicht bald ausreichende Trainingsmöglichkeiten erhält. Der RSC ist immerhin mit 500 Mitgliedern einer der größten Schwimmvereine in Südhessen. Doch schon im Zuge der Schließung des Bades in der Gerhart-Haupmann-Schule hat der Verein etwa 100 Mitglieder verloren. Momentan trainieren im RSC noch 70 Wettkampf- und rund 150 Nachwuchsschwimmer. Sie sind auf das Training im Freibad bei Außentemperaturen von etwa 14 Grad angewiesen. So kalt war es jedenfalls in den vergangenen Trainingsstunden. Als Alternative bleibt die Verlegung der Stunden in die Schwimmbäder anderer Kommunen. Doch dieses Training drückt neben vielen anderen Belastungen auch auf die Kasse des Vereins. Wie Gehlhoff sagt, kostet die Belegung eines benachbarten Bades pro Stunde und Bahn zwischen 15 und 35 Euro. Hinzu kommen Fahrtzeit und -kosten. Außerdem werden den auswärtigen Vereinen oft nur die ungünstigeren Tages- und Wochenzeiten angeboten. „Wir können zurzeit in Rüsselsheim nur das Bad in der Keller-Schule nutzen. Doch dies ist halt ein Therapiebad, in dem das Wasser mitunter bis zu 34 Grad warm ist. Nicht gerade ideale Trainingstemperaturen. Außerdem kommt es oft vor, dass es verschmutzt ist und dann kurzfristig geschlossen werden muss,“ sagt sie.

Am Mittwoch hatten Vertreter der Schwimmsportvereine und -verbände sowie von Schulen, die das Lachebad nutzen auf Einladung von Baudezernent Nils Kraft (SPD) das Bad besichtigt. In einer Mitteilung zum Ergebnis des Besuches kritisierte die Verwaltung zunächst, dass der Einladung nur 18 von 39 Vereinen und Schulen gefolgt seien, um sich über den Zustand des Bades zu informieren. Auch die Presse war bei diesem Termin nicht anwesend. Sie wurde nicht eingeladen. Für den RSC besichtigte der Trainer der 1. Wettkampfmannschaft, Helmut Hammen, das Lachebad. Er sprach während der gestrigen Demonstration von einem äußerst maroden Zustand des Gebäudes, für das der Abriss wohl die günstigere Lösung sei. Zu den notwendigen Arbeiten wie an der Belüftungsanlage kämen noch inzwischen verordnete Auflagen für den Brandschutz. „Ein neues Bad wäre wohl billiger. Aber das würde fünf bis sechs Jahre dauern, und bis dahin gibt es in Rüsselsheim bestimmt keinen Schwimmverein mehr“, meinte er.

 


 

 Wut über Schließung des Hallenbads -  Rund 50 Bürger machen in Anhörung ihrem Ärger Luft – Ruinen einer verfehlten Politik (URL: Echo online 21.06.2013)

 

hallenbad closed heinrich schreiberWenn im Rathaus Schwimmbegeisterte säßen, wäre es zu der Schließung des Hallenbads nicht gekommen. Solche und ähnliche Aussagen aus den Reihen der etwa 50 Besucher waren bei der Bürgeranhörung in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und Sportausschusses am Donnerstagabend im Hallenbad gang und gäbe. Dass es nicht gelungen ist, die Schließung durch die Instandsetzung der Lüftungsanlage und die Erfüllung der Brandschutzvorgaben zu verhindern, bewertete Kritiker unter den etwa 50 Besuchern als glattes Versagen der Politik.

Nach den Worten des Sportbund-Vize Peter Kreuzer sind die Schwimmsportvereine, die auswärts trainieren müssen, Kinder, für die es keine Schwimmausbildung gibt, die Teilnehmer an Reha- und Gesundheitsangeboten und natürlich auch die Freizeitschwimmer die Benachteiligten. Schon wird in den Vereinen geklagt, dass die kostspieligen auswärtigen Alternativen eine finanzielle Belastung bedeuten, die Mitgliederschwund zur Folge hat. „Die Besten sind schon weg,“ sagte die zweite Vorsitzende des RSC, Heike Gehlhoff.

Die meinen den Müller und hauen den Esel, bilanzierte ein Besucher am Ende der zweieinhalbstündigen Veranstaltung den heftigen Disput, der sich zeitweise am Rande eines Eklats bewegte. Denn die Schuld an der jahrzehntelangen baulichen Vernachlässigung öffentlicher Einrichtungen wie Hallenbad und Großsporthalle trage nicht der heutige hauptamtliche Magistrat. Die falschen Weichen mit der Folge einer riesigen Verschuldung seien in der Vergangenheit gestellt worden. Das sagte auch Baustadtrat Nils Kraft (SPD), der mit Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) und den Ausschussvorsitzenden Matthias Metz (CDU) und Christian Vogt (Grüne) auf dem Podium saß. Kraft: „Die Eichgrundschule hätten wir uns sparen müssen“, gab er ein Beispiel.

Peter Kreuzer traf mit seiner Forderung nach Planungssicherheit („es muss gehandelt werden“) nicht nur den Nerv der Besucher. Planungssicherheit wünschen sich auch die Ausschussvorsitzenden Vogt und Metz, die darauf hinwiesen, dass auch die Stadtverordneten gegenwärtig keine Ahnung hätten, wie es weitergehen solle. Wird saniert oder kommen gar die im Magistrat diskutierten Pläne zum Zug, Hallenbad und Köbelhalle abzureißen und durch einen bescheidenen Neubau mit Turnhalle und Hallenbad zu ersetzen?
Wiedereröffnung nicht absehbar

Nach der Sommerpause soll eine Vorlage des Magistrats auf dem Tisch liegen. Egal wie die Lösung aussieht: Eine Wiedereröffnung des Hallenbads kommt absehbar nicht in Frage. Nils Kraft begründete diese Aussage mit der engen finanziellen Fessel, die der Regierungspräsident dem Kämmerer angelegt hat. Mit dem Oberbürgermeister werde er demnächst nach Darmstadt fahren, um mit der Aufsichtsbehörde Handlungsspielräume auszuloten. Bevor nicht bekannt sei, was finanziell noch geht und was nicht, mache es keinen Sinn, konkrete Pläne zu präsentieren.

Wiederholt sprach Kraft von fünf oder sechs Millionen Euro, die der RP als jährliche Kreditsumme erlauben werde. Wenn allein die Sanierung des Hallenbads 3,5 bis vier Millionen verschlinge und bei der Schulsanierung ein Investitionsstau von 50 Millionen aufgelaufen sei, könne sich jeder ausrechnen, was noch machbar sei. Vorbei, so Kraft mit Wehmut, sind die Zeiten, in denen Opel hohe Gewerbesteuerbeträge in die Stadtkasse spülte. Er versprach, in Darmstadt Tacheles zu reden. „Wir werden den RP fragen, was eine Stadt braucht, um lebenswert zu sein.“

Nach einer Darstellung der bautechnisch kritischen Punkte Lüftungsanlage, Betonschäden und Brandschutz in dem 50 Jahre alten Hallenbad durch Klaudia Hornung und Walter Cezanne (Gebäudewirtschaft) sowie einem Rundgang durch das Gebäude wurde die Diskussion, noch um einige Nuancen heftiger, fortgesetzt. Auffallend: Je kritischer die Wortbeiträge gegen die Stadtpolitik ausfielen, umso intensiver war der Beifall. Christian Vogt versuchte, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. „Schwimmen muss weiter in Rüsselsheim angeboten werden.“ Und er versprach: „Wir werden genau prüfen, wie es so weit kommen konnte.“

Bürgermeister Dennis Grieser warb um Verständnis für den Magistrat. Mehr als zehn Jahre sei an öffentlichen Gebäuden so gut wie nichts getan worden. Jetzt mit diesen Bauwerken umgehen zu müssen, sei eine große Herausforderung. „Wir versuchen unser Bestes“, rief Grieser. Und: Auch wenn die Stadt kein Geld habe, dürfe sie nicht zugrunde gerichtet werden.
Viel Geld für Gutachten, keins fürs Bad

Dass die Stadt so viel Geld für Gutachten „rausschmeißt“, dass die Sauberkeit des Hallenbads zuletzt viele Wünsche offen ließ, dass die Zuschüsse pro Theater- und pro Hallenbadbesucher nicht gegeneinander aufgerechnet werden, aber auch, dass junge Badegäste in der Runde am Donnerstag nicht vertreten waren, waren weitere Kritikpunkte. Eine Besucherin: „Wir sind uns alle einig: Das Hallenbad muss wieder geöffnet werden.“ Sie schlug vor, notfalls gemeinsam beim RP in Darmstadt zu demonstrieren. Einer Forderung von Karl-Heinz Schneckenbergers (Linke), die regelmäßigen Prüfberichte zur Lüftungsanlage vorzulegen, soll stattgegeben werden.

In seinem Schlusswort sprach Christian Vogt von der Wichtigkeit solcher Veranstaltungen. Er ermutigte die Besucher, sich einzumischen, und versprach eine weitere gemeinsame Sondersitzung nach der Sommerpause, wenn die Lösungsvorschläge des Magistrats auf dem Tisch liegen.

 


 Lachebad – 125 Aktenordner liegen dem Akteneinsichtsausschuss vor (URL: Echo online 12.08.2013)

 

geschlossenVor einer Fleißarbeit steht der am Freitagabend konstituierte Akteneinsichtsausschuss, der die Hintergründe der Hallenbadschließung untersuchen soll. Zum Thema hat sich über Jahrzehnte in der Bauverwaltung, im Sportamt und in weiteren Verwaltungsbereichen die Riesenmenge von 125 Aktenordnern angehäuft.

Am 4. Juli 2013 hat die Stadtverordnetenversammlung die Bildung eines Akteneinsichtsausschusses beschlossen, der „den Werdegang der Bauunterhaltung und Instandhaltung des Hallenbades” unter die Lupe nehmen soll. Weiter soll herausgefunden werden, was oder wer die plötzlich angeordnete Schließung, die in der Bürgerschaft heftig kritisiert wird, zu verantworten hat. Wie es im Parlamentsbeschluss heißt, soll in den Akten auch nach Mittelverwendungsnachweisen für die Bauunterhaltung, nach Beschwerden von Nutzern „hinsichtlich Personal, Hygiene und Sauberkeit” sowie nach Dokumenten über Mittel- und Personaleinsatz für Reinigung, Aufsicht, kaufmännischen und technischen Betrieb gesucht werden.

Im Rüsselsheimer Rathaus hat man Erfahrungen mit Akteneinsichtsausschüssen. Zuletzt am 2. Februar 2010 war ein solches Gremium mit dem Auftrag etabliert worden, die Zusammenhänge zu beleuchten, die Anfang der neunziger Jahre die Errichtung drei baugleicher Kindertagesstätten in Bauschheim, in der B-Siedlung und in Königstädten mit der Folge begleitet hatten, dass ein Gebäude (Rheingauer Straße 43) wegen Schimmels abgerissen werden musste. Auch seinerzeit mussten viele Akten untersucht werden – ein Aufwand, den das Resultat nicht rechtfertigte: Ausschussvorsitzende Renate Meixner-Römer (SPD) legte dem Parlament am 16. Dezember 2010 einen ausschließlich negativen Schlussbericht vor.

Diesmal soll es zwar schneller gehen. Doch die krampfhafte Suche nach freien Sitzungsterminen macht da wenig Hoffnung. Erst nach der Warnung von Karl-Heinz Schneckenberger (Linke) vor einer zeitlichen Verzettelung gelang es unter Einbeziehung eines Samstags (31. August, 14 Uhr) mühevoll, vier Termine (bis einschließlich 13. November) festzulegen.

Auch der Start des Akteneinsichtsausschusses, dem 13 Stadtverordnete angehören, verlief am Freitag nicht störungsfrei. Ging die Wahl von Murat Karakaya (SPD) noch offen und einstimmig über die Bühne, musste über die Besetzung des Stellvertreterpostens auf Antrag der CDU geheim abgestimmt werden, weil Rot-Grün mit Birgit Steinborn (Grüne) eine Gegenkandidatin für Thorsten Weber (CDU) ins Rennen schickte. Mit sieben gegen sechs Stimmen wurde Steinborn gewählt.

CDU-Fraktionschef Michael Ohlert reagierte „stocksauer”. Er warf Rot-Grün vor, wie schon vor zweieinhalb Jahren beim Thema Akteneinsicht Schimmelkita ihre Mehrheit erneut „schamlos auszunutzen“. Ohlert verwies auf Beispiele auf Landes- und Bundesebene, wo bei Vorstandswahlen für Untersuchungsausschüsse die politischen Mehrheiten respektiert würden. „Aber hier wird das Miteinander wieder einmal mit Füßen getreten.”

Im weiteren Verlauf der konstituierenden Sitzung ging es um Fragen, wie der Ausschuss angesichts des Aktenberges seiner Aufgabe am ehesten gerecht werden kann. Renate Meixner-Römer regte an, wie bei der seitherigen Praxis die Aktenordner zur Einsicht untereinander aufzuteilen. Thorsten Weber schlug vor, sich auf die Akten der letzten zehn Jahre zu beschränken. Karl-Heinz Schneckenberger wünschte eine Zusammenfassung der Inhalte auf einem DIN-A-4-Blatt, um so gezielt für die Überprüfung zugreifen zu können. Nach Auffassung von Frank Tollkühn (SPD) würde das eine aufwendige Vorsortierung einer jeden Akte bedeuten, was der Verwaltung nicht zuzumuten sei. Baudezernent Nils Kraft (SPD) ergänzte mit dem Hinweis auf die unterschiedlichsten Formen von Akten, beispielsweise auf eine Vielzahl von Mikrochips, deren Rückübertragung auf Papier erhebliche Probleme bereiten würde.

„Auf der Basis geht es los”, zog Murat Karakaya den Schlussstrich unter eine Diskussion, die sich festzubeißen drohte. Und diese „Basis” sieht so aus: Zunächst wird sich die Suche nach Fehlern oder Fehlverhalten in Sachen Hallenbad auf die letzten zehn Jahre konzentrieren.

Abschließend wies Karakaya darauf hin, dass die Sitzungen des Aktenuntersuchungsausschusses zwar öffentlich sind, dass aus den Unterlagen aber nichts aus der Hand gegeben, kopiert, fotografiert oder aufgenommen werden darf.

 


 

Finanzen – Magistrat beschließt Hinbau der Großsporthalle – Für Lachebad soll privater Inverstor gesucht werden

 

Die Freunde der Großsporthalle wird es freuen, die Freunde des Schwimmsports werden enttäuscht sein: Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, dass die Großsporthalle erhalten bleibt und auf den Stand von 1970 hingebaut wird, das Hallenbad bleibt vorerst geschlossen, hier will die Stadt einen Investor suchen, der das marode Lachebad saniert und möglicherweise auch betreibt.

Gemäß Auftrag des Stadtparlamentes hatte die Verwaltung – insbesondere der Bereich Gebäudewirtschaft – in den vergangenen Wochen eine umfangreiche Prüfung von Varianten vorgenommen, die zu einer Reduzierung der Betriebskosten für das Freizeitbad an der Lache und der Großsporthalle von derzeit rund 2,59 Millionen Euro jährlich auf maximal 1,5 Millionen Euro führen würden. Die geprüften Varianten: Betriebssicherung Lachebad, Generalsanierung Lachebad, Neubau Sportbad (Hallenbad mit Wettkampfbecken und Lehrschwimmbad), Neubau Sportzentrum (kleinste Variante Sportbad in Verbindung mit Dreifeldsporthalle) sowie Neubau Sportzentrum (Regelbedarf Sportbad mit Wettkampfbecken und Lehrschwimmbecken sowie Dreifeldsporthalle und Trainingszentrum). Das Ergebnis: Die anvisierten jährlichen Betriebskosten von 1,5 Millionen könnten nur bei der kleinen Sportzentrums-Variante (Projektkosten 12,25 Millionen Euro) erreicht werden. Bei der Betriebssicherung (Projektkosten 14 Millionen Euro) würden beispielsweise Folgekosten von rund 3,126 Millionen Euro entstehen, bei der Generalsanierung (Projektkosten rund 26 Millionen Euro) Folgekosten von 3,235 Millionen Euro, bei dem Neubau eines Sportbades (Projektkosten 13,8 Millionen Euro) 2,32 Millionen Euro Betriebskosten und bei einem Regelbedarf-Sportzentrum (Projektkosten 19,9 Millionen Euro) 1,97 Millionen Euro Betriebskosten.
Regierungspräsident: Keine Neuverschuldung

Ernüchterung brachte dann jedoch das Gespräch, das die drei Dezernenten OB Patrick Burghardt (CDU), Bürgermeister Grieser (Grüne) und Baustadtrat Nils Kraft (SPD) in der vergangenen Woche im Regierungspräsidium in Darmstadt führten. „Der Regierungspräsident hat die Genehmigung des Haushaltes 2013 in Aussicht gestellt, aber auch sehr deutlich gesagt, dass er keine Nettoneuverschuldung genehmigen wird“, fasst OB Burghardt das Ergebnis zusammen. Kredite werde er nur in Höhe der ordentlichen Tilgung, das sind 5,2 Millionen Euro, sowie der Wiederholungsveranschlagungen aus dem Vorjahr in Höhe von 6,72 Millionen Euro genehmigen. „Das sind rund zwölf Millionen Euro für alle Investitionen von Kitas bis Schul- und Straßensanierung. 18 Millionen Euro waren für zwingend notwendige Maßnahmen angemeldet, 1, 3 Millionen Euro haben wir in diesem Jahr bereits investiert, wir müssen jetzt sehen, wie wir das mit dem zur Verfügung stehenden Geld alles hinbekommen“, erläuterte der OB. Selbst für eine erste Wiederinbetriebnahme des im März geschlossenen Hallenbades würden rund 6,8 Millionen Euro anfallen, der Hinbau der Großsporthalle auf den Stand von 1970 kostet rund 7,2 Millionen Euro. Da die Großsporthalle bereits im Haushalt 2013 eingestellt und somit genehmigt werde, sei klar, dass die Hinbau-Variante weiter verfolgt werde und weder eine Sanierung noch ein Neubau des Hallenbades möglich seien, das Bad bleibe geschlossen.

„Wir haben mit der Variantenprüfung den Ballon groß aufgeblasen, jetzt lassen wir die Luft wieder raus“, kommentierte Baustadtrat Nils Kraft. Die Stadt suche jetzt nach potenziellen Investoren, die das Hallenbad sanieren und den Betrieb übernehmen. Denkbar sei, dass die Stadt dann Zeiten für den Schulsport kaufe, und soweit möglich auch eine solche Regelung für die Vereine gefunden werde. Laut hessischem Schulgesetz sei dies möglich, die Stadt müsse für den Schwimmunterricht nicht zwingend eine eigene Einrichtung vorhalten, erläuterte Bürgermeister Dennis Grieser. Auch freie Kapazitäten in den Schwimmbädern der Nachbarkommunen würden derzeit abgefragt.

OB Burghardt stellte am Dienstag klar, dass auch der Hinbau der Großsporthalle die Stadt finanziell sehr belaste. „Ich bin aber dankbar für die im Magistrat mit breiter Mehrheit gefällte Entscheidung, weil damit für die Vereine eine lange Hängepartie zuende geht.“ Die Großsporthalle sei dann eine reine Sporthalle auf der Genehmigungsgrundlage von 1979, mit modernem Brandschutz, „aber so würden wir heute eine Halle nicht mehr errichten dürfen“, stellt Nils Kraft klar. „Nichts zu machen, wäre keine Option in der Stadtgesellschaft, denn schließlich treiben dort täglich 900 Personen Sport“, so die Haltung von Grieser. Dennoch müsse die Stadt „intensiv darüber nachdenken, wie die Vereine künftig an den Kosten für die Großsporthalle beteiligt werden“, erklärte Burghardt. Kraft hofft nun, dass die Stadt das Verfahren für den Großsporthallen-Hinbau, das wegen der Variantenprüfung gestoppt worden war, nahtlos fortsetzen kann. Die europaweite Ausschreibung war bereits erfolgt und Favoriten ausgedeutet. „Mit dem Baubeginn wird es aber 2013 nichts mehr“, so seine Einschätzung.

 


 

 

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 Rüsselsheim: Sanierungsstau mit fatalen Folgen

9 Millionen Euro Gesamtsanierungsstau. Die Summe, die eigentlich in das Hallenbad "An der Lache" investiert werden müsste, ist unvorstellbar hoch. Wieso ist seit der Eröffnung 1964 nicht ausreichend in die Bauunterhaltung investiert worden? Oder anders gefragt: Wo ist das Geld, das angeblich jedes Jahr verwendet wurde, hingeflossen? Wer hat aus welchem Grund über Jahrzehnte die Augen verschlossen vor den teils so offensichtlichen Mängeln?

Nicht nur Lachebad

Die Liste der Fragen ließe sich vermutlich beliebig lang fortführen – und wie zu befürchten ist, nicht nur für das Lachebad. Denn die Zahl der sanierungsbedürftigen Immobilien in der Stadt ist groß, wie aus einer Anfrage der CDU-Fraktion im März hervorgeht. „Die Stadt Rüsselsheim steht hinsichtlich des Betriebs ihrer Immobilien vor großen Herausforderungen“, heißt es in der Antwort aus dem Juni. Und weiter: „Viele Immobilien wurden in den vergangenen Jahren aufgrund der aktuellen Finanzlage nur noch in Betrieb gehalten, jedoch nicht mehr nachhaltig bewirtschaftet.“ Es seien lediglich Defekte repariert worden und nur vereinzelt Teil- und Komplettsanierungen erfolgt. „Über die Jahre hat sich somit ein Instandhaltungs- und Sanierungsstau gebildet. Diesen aufzulösen, übersteigt momentan die finanziellen Möglichkeiten der Stadt, da selbst für eine substanz- und werterhaltende Bewirtschaftung der Immobilien nicht ausreichend Haushaltsmittel sowie Personalkapazität zur Verfügung stehen.“

Die Priorität liege daher auf sicherheitsrelevanten Aspekten, denn gerade wegen des Alters der Gebäude – die meisten stammen aus den 1960er bis 1980er Jahren – seien vor allem Brandschutzmaßnahmen erforderlich. Hätte man schon früher nach dieser Priorität gehandelt, nämlich der Dringlichkeit und der Verhältnismäßigkeit, hätte zwar nicht alles, aber einiges verhindert werden können. Unvergessen sind den Rüsselsheimern vermutlich die als Luxus-Sanierungen bekannt gewordenen Arbeiten im Rathaus. 2010 waren über 234000 Euro für die Renovierung von Büros, Besprechungsräumen und Teeküchen in der Verwaltung ausgegeben worden, davon ein Großteil für das Büro des damaligen Oberbürgermeisters Stefan Gieltowski (SPD) und der Baustadträtin Silke Klinger (SPD).

Kaum bezahlbar

Eine Summe, die für die Sanierung der über 400 Gebäude auf über 130 Liegenschaften notwendig wäre, wird in der Antwort des Magistrats zwar nicht genannt. Aber sie dürfte auch bei einer besseren Haushaltslage kaum zu bezahlen sein. Allein für die 17 Schulen werden in den nächsten fünf Jahren 46 Millionen Euro für Sanierungen benötigt, für die 22 städtischen Kitas 13 Millionen Euro. Die Großsporthalle mit 7,2 Millionen Euro und das Lachebad mit 6,8 Millionen Euro für die alleinige Betriebssicherung sind bereits bekannte Größen, ebenso wie die Sanierung des Bauschheimer Bürgerhauses für 2 Millionen Euro. Für einen Großteil der Liegenschaften liegen jedoch noch keine Ergebnisse vor, seien es Dienstgebäude, Feuerwehren oder Jugendhäuser, heißt es in der Magistratsantwort.

 

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Probleme reichen zehn Jahre zurück

In der Magistratsvorlage zur Problematik des Lachebads, die ab nächster Woche in den politischen Gremien beraten wird, ist ausführlich beschrieben, was alles an Vorschlägen diskutiert wurde.

1964 als Schwimmhalle mit Mehrzweck-, Lehr- und Außenschwimmbecken sowie einem Wellnessbereich mit Sauna, Massageraum und Ruhebereich errichtet. Außerdem gibt es in dem Bad zwei Drei-Zimmer-Wohnungen für das Betriebspersonal.

1992 wurde ein Erlebnisbad mit Wasserrutsche angebaut. Außerdem wurden bei dieser Maßnahme die beiden alten Innenbecken mit Edelstahl ausgekleidet.

2003 stellten SPD, Grüne und Liste Rüssel den Antrag, das Lachebad in eine eigenständige Betriebsform zu überführen, um den Haushalt zu konsolidieren, aber dennoch den Versorgungsaspekt der Bevölkerung zu berücksichtigen. Zu den zahlreichen Prüfungen zählen eine Präsentation des Überlandwerks Groß-Gerau (ÜWG) sowie eine Objektstudie der Energieversorgung Offenbach (EVO), in der Sanierungsmaßnahmen ermittelt wurden und eine Marktanalyse zur Attraktivierung des Bades hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit untersucht wurden.

2005 legt der Magistrat zwar ein Ergebnis vor, doch werden umfängliche Änderungen gewünscht. Außerdem will das ÜWG seine Studie überarbeiten, was aber nie zum Abschluss kommt, weil die ÜWG-Mutter Stadtwerke Mainz „einen engen Zusammenhang mit den damaligen Stromnetzverhandlungen herstellt“, heißt es dazu in der aktuellen Vorlage.

Erst im September 2007 gibt es wieder eine Vorlage zum Thema Schwimmbad. Trotz umfänglicher Diskussionen gibt es keine Entscheidung, weil ungeklärt ist, mit welcher Zielführung das Bad weitergeführt werden soll.

Im November 2007 gibt es einen Antrag von SPD, CDU, Grünen, Liste Rüssel und FDP, zu überprüfen, welcher Typ Bad den sozialen Belangen der Bürger und den Anforderungen der Studie „Rüsselsheim 2020“ gerecht wird. Dabei soll auch eine Beteiligung Dritter geprüft werden. Gespräche ergeben aber, dass es „nahezu unmöglich sein wird, für das Freizeitbad in seinem derzeitigen baulichen Zustand einen privaten Betreiber zu finden“.

2008 beauftragt der Magistrat daher die Firma kplan AG, um ein weiteres Vorgehen festzulegen. Die Firma sollte den EVO-Bericht von 2005 inhaltlich prüfen und die darauf aufbauende Erarbeitung eines bedarfsgerechten Neubaukonzepts in Vergleich zu einer Sanierung setzen. Es wird dabei nicht nur festgestellt, dass eine Bestandssanierung keine wirkliche wirtschaftliche Verbesserung erzielt. Sondern vor allem seien in der EVO-Studie keine energetischen und brandschutztechnischen Belange berücksichtigt worden. kplan rät von einer Sanierung ab, weil man einen überholten Stand für Jahrzehnte zementieren werde.

 

Handlungsbedarf erkannt – Taten unterlassen

„Ein Hallenschwimmbad werde für eine Stadt immer Zuschussbetrieb sein. Seine Unterhaltung schluckten erhebliche Mittel.“ Diese Sätze vom damaligen Rüsselsheimer Bürgermeister Dr. Walter Köbel bei der Eröffnung des Hallenbads An der Lache vor fast 50 Jahren verdeutlichen aus heutiger Sicht genau den Knackpunkt, der zu dem jetzigen Desaster geführt hat. Und liest man den Eröffnungsartikel vom 19. Oktober 1964 weiter, gibt es zahlreiche Äußerungen, die fast zum Schmunzeln verleiten, wäre die Entwicklung nicht so traurig.

„Bürgermeister Dr. Walter Köbel konnte ... die Feststellung treffen, dass mit diesem Bad die Stadt eine kommunale Einrichtung geschaffen habe, die wohl nicht unbedingt lebensnotwendig sei. Rüsselsheim habe indessen, nachdem die Stadt auf die 50 000er Marke zustrebe, ein Hallenschwimmbad für dringend erforderlich gehalten, um seinen Schaffenden das Leben und Dasein hier am Untermain zu verschönern“, heißt es dort unter anderem. Nicht nur die wachsende Einwohnerzahl, wegen der man solch eine Einrichtung wie viele andere Gebäude damals auch für erforderlich hielt, wird als Argument angeführt, sondern auch die gesundheitliche Ertüchtigung durch den Schwimmsport oder medizinische Bäder.

Anders als heute wird in dem Artikel auch betont, dass „durch zielstrebige Beschlüsse“ von Stadtverordnetenversammlung und Magistrat zügig der Hallenbadbau umgesetzt werden konnte – die Bauzeit betrug viereinhalb Jahre – und dies „in voller Einmütigkeit“. Traumhafte Zustände!

Akteneinsichtsausschuss

Auch ein weiterer stichpunktartiger Blick ins Archiv der „Main-Spitze“ führt so manch Interessantes zutage. So spricht bereits 1996, nachdem das Bad für über 20 Millionen Mark umgebaut worden war, die damalige Oberbürgermeisterin Otti Geschka (CDU) davon, dass man hoffe, die jährlichen Zuschüsse, die sich auf rund eine Million Mark beliefen, in den kommenden beiden Jahren um ein Drittel zu senken. Heute belaufen sich die Betriebskosten auf jährlich 2,7 Millionen Euro. Die Steigerung der Bausumme von 9 auf 20 Millionen Mark hat 1995 übrigens schon einmal einen Akteneinsichtsausschuss zur Folge gehabt. Unter anderem kam damals heraus, dass nicht alle Baugenehmigungen vorlagen und die technischen Anlagen halb verfallen waren.

Im Jahr 2000, als 3,8 Millionen Mark vor allem für die Sanierung der Duchen und Sanitäranlagen in den Haushalt eingestellt werden sollen, heißt es in der Berichterstattung: „Die zwischenzeitlich immer wieder ausgeführten ,Schönheitsreparaturen‘ reichen mittlerweile aber nicht mehr dafür aus, die Bausubstanz zu sichern und funktionsfähig zu halten.“

Ab 2003 ist dann die Möglichkeit einer Privatisierung im Gespräch, wozu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird (siehe oben stehenden Artikel). „Aufgrund der prekären Haushaltssituation der Stadt ist eine zügige Bearbeitung des Prüfantrags der Stadtverordnetenversammlung notwendig“, lautet schon vor zehn Jahren die Erkenntnis in der Beschlussvorlage.

Gedauert hat es dann bis 2005, bis die 170 Seiten starke Studie vorliegt – dennoch sehen sich die Stadtverordneten immer noch nicht zum Handeln genötigt. Man fühle sich noch nicht ausreichend informiert, steht in der „Main-Spitze“ geschrieben.

Eine umfangreiche Diskussion im Ausschuss gibt es 2007. Obwohl man damals die Sanierungskosten „nur“ mit 1,65 Millionen Euro beziffert – heute ist von einem Sanierungsstau von 19 Millionen Euro die Rede – gibt es keine Entscheidung. Bezeichnenderweise redet man 2007 über eine Vorlage, deren Datenbasis 2003 ist, wie von der CDU im Ausschuss kritisiert wird. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TG 1862 Rüsselsheim (Schwimmabteilung)