Schulsport – Schwimmunterricht fällt wegen des Wetters bislang weiterhin aus – Eichgrundschüler waren schon drin (URL:Echo Online vom 14.05.2013)

 

jens etzelsberger 20130513

„So lang es zu kalt ist, machen wir grundsätzlich Sportunterricht in der Halle“, sagt Anne Böhm, Konrektorin und Sportlehrerin der Grundschule Hasengrund, deren Drittklässler gestern rein theoretisch zwei Schwimmstunden gehabt hätten.

Die Grundschule Hasengrund hat, wie der Großteil der anderen Rüsselsheimer Schulen auch, vom seit dem 2. Mai geltenden Angebot der Stadt noch nicht Gebrauch gemacht, für den Schwimmunterricht vom am 11. März dicht gemachten Hallenbad in das Freibad auszuweichen. Vielleicht gebe es ja das „Glück einzelner warmer Tage“ bis zu den Sommerferien, sagt Böhm. Egal, wie das Wetter in den nächsten Wochen auch wird – unter den aktuellen Drittklässlern werde es am Ende mehr Nichtschwimmer geben als in den Jahrgängen zuvor, dafür seien zu viele Übungstage ausgefallen. Schon von jeher würden Eltern in Einzelgesprächen darauf hingewiesen, wenn ihr Kind nach der dritten Klasse, in der Schwimmunterricht vorgeschrieben ist, noch nicht schwimmen kann. „Diese Gespräche müssen wir in diesem Jahr vermehrt führen“, prophezeit Böhm.
„Es geht ganzoffensichtlich nicht“

Auch an der Förderschule Borngrabenschule wurde noch kein Kind ins Freibad geschickt. Am gestrigen Montag und heute wären die Borngrabenschüler laut Belegungsplan dran gewesen. „Aber es geht ganz offensichtlich nicht“, sagt Schulleiterin Beate Thierolf-Seida mit Blick aufs Wetter. Stattdessen gibt es Sport in der Halle. Glücklicherweise sind an der Förderschule die Vorgaben der Rahmenrichtlinien nicht so eng gesteckt, werden Schwimmkurse fortlaufend angeboten, sodass es für jetzt betroffene Kinder weitere Chancen auf Schwimmunterricht gibt.

Selbst für ältere Schüler gilt: „Bei diesem Wetter können wir niemanden rausschicken“, sagt Rainer Guss, Leiter der Immanuel-Kant-Schule. An der Kant „lautet die Ansage bis auf Weiteres Halle und Plätze“, sagt Guss. Die Eltern seien darüber in einem Elternbrief informiert worden.

An der Schillerschule, aus deren Elternkreisen eine Demonstration vor dem Rathaus gegen die Hallenbadschließung organisiert worden war (wir haben berichtet), war ebenfalls noch keiner der 44 Drittklässler an den vorgesehenen Belegungstagen Mittwoch und Freitag im Freibad. „Kein einziges Mal – zu kalt“, sagt Leiterin Friederike Rott.

Selbst die Sportalternative sei für die Drittklässler ihrer Schule wetterabhängig, da die Halle zu den fraglichen Schwimmzeiten schon von anderen Klassen besetzt sei und nur der Platz des VfR zur Verfügung stehe. Entsprechend habe man bei Regen notgedrungen schon klassengemischten Sportunterricht angeboten. Man hoffe jetzt auf besseres Wetter, schon am Mittwoch solle es ja schöner werden.

Aus der Reihe fällt die Eichgrundschule, deren Drittklässler am relativ freundlichen Montag vergangener Woche in den ersten beiden Stunden im Freibad waren. „Es war alles gut geregelt“, sagt Konrektorin Katja Hegny. Am gestrigen feuchten Fröstelmontag musste die Eichgrundschule keine Schwimmbadentscheidung treffen, da die Drittklässler auf Klassenfahrt waren.

An allen Schulen sind nun Wetterprognosefähigkeiten gefragt, um am Vortag abschätzen zu können, ob die Schüler abends ihre Badehose oder die Sportschuhe einpacken müssen.

Flexibel müssen auch die Busunternehmen sein, die Rüsselsheimer Drittklässler wegen der staatlichen Verpflichtung zum Schwimmunterricht von den Schulen ins Lachebad und zurück fahren – da gebe es von jeher die Regelung, ihnen kurzfristig absagen zu können, wenn etwa ein Kollege erkranke.

Für den heutigen Dienstag (14.) hat die Stadt Vertreter der Schulen und der mit Schwimmsport befassten Rüsselsheimer Vereine ab 16.30 Uhr zu einem Ortstermin in das Lachebad eingeladen, um den Betroffenen anhand gebäudetechnischer Einblicke die Notwendigkeit der Schließung des Hallenbades zu erläutern.

 

TG 1862 Rüsselsheim (Schwimmabteilung)