Demonstration gegen Schliessung des Lachebads (Echo vom 26.4..2013 Foto: Jens Etzelsberger)

 proschwimmenRund 300 Rüsselsheimer jeden Alters folgte am Donnerstag dem Aufruf des Elternbeirats der Schillerschule und demonstrierten bei schönstem Schwimmbadwetter vor dem Rathaus gegen die Schließung des Lachebads und für ihr Recht auf Schwimmen. Unter den Demonstrierenden waren Schulkinder, Eltern, Lehrer, Mitglieder der Rüsselsheimer Schwimmvereine und auch Frühschwimmer.

Unter den rhytmischen Rufen „Wir wol-len schwim-men“ kamen pünktlich um 14 Uhr Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Bürgermeister Dennis Grieser und Baustadtrat Nils Kraft die Rathaustreppe herunter, um inmitten der bunten Schar in ihren schwarzen Anzügen zu schwitzen, sich die Vorwürfe anzuhören und darauf zu reagieren. So viel vorweg, weder Burghardt, noch Grieser, noch Kraft (CDU, Grüne, SPD) konnten den Versammelten Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung des Lachebads machen. Sie verwiesen auf das Altbekannte: die Schließung sei notwendig, um Besucher vor gesundheitlichen Gefahren (Schimmel) zu schützen und der Stadt fehle das Geld, den Schaden angesichts eines Prüfantrags zum Abriss des Bades so ohne Weiteres reparieren. Die Kostenprüfung laufe, wie es weitergehe, könne er noch nicht sagen, rief Burghardt ins Mikrofon und erntete dafür Buhrufe.

Hauptvorwurf der Demonstranten war der Investitionsstau – das Bad sei durch Versäumnisse „regelrecht gegen die Wand gefahren“ worden. Ein Frühschwimmer vermutete gar Absicht dahinter. Ein Vertreter der Elternschaft erinnerte daran, dass Schwimmunterricht an Schulen Pflicht sei. Eine RSC-Trainerin führte den Politikern vor Augen, dass ihre Gruppe für anderthalb Stunden Training vier Stunden Auto fahren müsse. Ein Wasserballer des RSC schimpfte, seine Sportart werde kaputtgemacht, weil Wasserballer wegen ihrer Bedürfnisse (Tore, große Wasserfläche) nirgendwo anders trainieren könnten und Mitspieler schon abgewandert seien. Angesichts verdoppelter Grundsteuer B schwang bei der Demo ein zweiter Hauptvorwurf mit: Für was zahle man überhaupt Steuern, wenn nicht einmal mehr Schwimmen möglich sei?

 

Schwimmclub fürchtet um Existenz (zum Artikel)

 

TG 1862 Rüsselsheim (Schwimmabteilung)