Lachebadschliessung – Vertreter der Stadt und der Sportvereine treffen sich, um Auswege zu erörtern (Echo vom 25.3.2013)


Beim Treffen zwischen Vertretern der Stadt und der Vereine am Donnerstagnachmittag zu den Folgen der Schließung des Lachebads, erläuterten Klaus Wittmann (Bereichsleiter Bau der Stadt) und Hanno Cezanne (Fachbereich Technik) zunächst einmal die technischen Ursachen, die zur Schließung des Bades geführt hatten. Frühestens Mitte Mai seien Untersuchungen und Kostenschätzungen abgeschlossen. Sportamtsleiter Robert Neubauer und Bäderchefin und Anette Tettenborn machten denn auch deutlich, dass an eine rasche Beseitigung dieser Mängel nicht zu denken sei. Anette Tettenborn berichtete von den Bemühungen der Stadt, in den Nachbargemeinden freie Bäder-zeiten zu finden. Tatsächlich seien Kapazitäten in Raunheim, Kelsterbach und auch Mainz angeboten worden, diese Zeitfenster lägen aber oft zu früh oder zu spät, um sie mit Schülern zu nutzen oder aber an den Wochenenden, an denen die aktiven Schwimmer sehr oft zu Wettkämpfen unterwegs sind. Damit ergäbe sich nur eine Perspektive für Vereine, die keine Kinder trainieren oder nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Weiter bot die Stadt an, die Helen-Keller-Schule in den Ferien zu nutzen und danach die Zeiten am Wochenende auszubauen. An dieser Möglichkeit zeigten die Vertreter des DRK, des Vereins für Sport und Gesundheit (VSG) und der DLRG Interesse, um etwa ihre Wassergymnastikkurse für Senioren sowie Kurse für Schwimmanfänger weiterführen zu können.

Da das Becken der Kellerschule ein Therapiebecken ist und somit die Temperatur bei 32 Grad liegt, ist es für das sportlich ambitionierte Training im Wettkampfsport nicht geeignet. Dennoch wird der RSC das Becken zumindest in den Osterferien nutzen, da die Stadt in der schulfreien Zeit für den Verein die Wassertemperatur absenken wird.

Schon auf eigene Faust haben die wettkampftreibenden Vereine – Rüsselsheimer SC und Schwimmabteilung der TG – in der vergangenen Woche ihre Fühler in Nachbarkommunen ausgestreckt und auch Dank befreundeter Vereine in Langen, Wiesbaden und Mainz sowie in Frankfurt (die Synchronschwimmabteilung des RSC) Bäderzeiten erhalten.

Die Bäderverwaltung Hochheims wollte, nachdem sie von Anette Tettenborn angesprochen worden war, zunächst zentral mit der Stadt verhandeln, was die Stadt aber mit Hinweis auf den Verwaltungsaufwand ablehnte und bat, direkt mit den Vereinen zu verhandeln. Erste Gespräche gab es schon am Donnerstag. Aber auch Hochheim bietet vornehmlich Zeiten in den Abendstunden an.

Das „Bäder-Hopping“ ist für die Vereine mit hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand verbunden. So sind etwa die Schwimmer des RSC und der TG dreieinhalb Stunden unterwegs, um in Langen anderthalb Stunden zu trainieren. Bislang kostete Rüsselsheimer Vereine die Nutzung der städtischen Sportstätte Lachebad nichts. Künftig müssen sie auswärts für die Nutzung nur einer Bahn 15 bis 35 Euro pro Stunde berappen. Hinzu kommt der organisatorische Aufwand für Trainer, Betreuer und auch Eltern.

Angesichts der schwierigen Situation und der zurückliegenden jahrelangen Aufbauarbeit für den Schwimmsport der Stadt, appellierten die Vertreter an den ebenfalls anwesenden Oberbürgermeister Patrick Burghardt, sie nicht auf dem Trockenen sitzen zu lassen. Der OB unterstrich das Interesse der Stadt an einem funktionierenden Schwimmsport, wies aber auch auf die bekannten finanziellen Schwierigkeiten und die damit verbundenen Auflagen der Rettungsschirm-Teilnahme hin.